"Mit dem Meniskus null Komma null Probleme"
Beim KSC war Christian Wück schon als Invalide abgeschrieben
Die Vorbereitung auf die laufende Zweitligasaison verlief für Christian Wück, inzwischen in Diensten von Arminia Bielefeld, hervorragend. Er gehörte zur ersten Elf und erzielte einige Treffer. Alles deutete auf einen Stammplatz im Team der Ostwestfalen hin. Doch Pustekuchen. Wück sitzt auf der Bank, ist derzeit nur zweite Wahl, wurde gegen den KSC erst in der 90. Minute eingewechselt.
Karlsruhe.
Augenblicklich kommt der gebürtige Franke über Teileinsätze nicht hinaus. Der Grund? Bielefelds Coach Möhlmann ist Disziplinfanatiker und setzt vor allem auf Sicherheit. "Jeder, egal auf welcher Position, muss konzentriert und diszipliniert Defensivarbeit verrichten", lautet Möhlmanns Credo. Und in der Defensive, da hat Wirbelwind Wück eben seine Schwächen. "Dabei fühle ich mich im Moment gesundheitlich hervorragend, und das war nicht immer so", lamentiert Wück, der einst von Winnie Schäfer aus Nürnberg zum KSC gelockt wurde. "Es ist doch klar, dass ich mit dieser Situation unzufrieden bin. Ich bin fit und fühle mich hier sehr wohl. Aber mein Vertrag läuft nach der Saison aus, und so, wie es im Moment aussieht, werde ich mich umsehen müssen. Ich bin erst 28 Jahre, eigentlich noch im besten Fußballalter - und nach allen Seiten offen", kündigt der fränkische Wirbelwind gar einen möglichen Abschied von der Bielefelder Alm an.
Einst im Badischen traf den früheren U21-Nationalspieler eine schier unglaubliche Verletzungs-misere. Der negative Höhepunkt: Sein Meniskus war völlig zerstört. Der KSC ließ seinen Vertrag auslaufen, Wücks Karriere schien vorzeitig beendet. Dann entschloss sich der quasi schon zum Invaliden gestempelte Wück zu einer spektakulären Operation. Er ließ sich den Meniskus eines Unfalltoden einsetzen und nach einer fast ein Jahr andauernden Reha bei KSC-Physiotherapeut Steffen Wiemann schaffte er zeitweilig gar wieder den Sprung in die erste Bundesliga beim VfL Wolfsburg. Doch die VW-Städter verzichteten nach einer Saison auf seine Dienste, anschließend heuerte Wück dann bei den Bielefelder Arminen an. Übrigens ist er nicht der einzige Ex-KSC-Kicker im Kader. Auch Michael Sternkopf steht noch auf der Gehaltsliste der Möhlmann-Elf. Doch über den KSC reden beide wenig. "Ich kenne eigentlich niemanden mehr im Wildpark. Die Spieler sind weg, der Trainer, das Präsidium. Nur zu meinen Physiotherapeuten beim KSC, denen ich viel zu verdanken habe, gibt's noch Kontakte", betont der Armine.
Für einen Spieler offenbart der Franke dann doch große Sympathien. "Den Bruno Labbadia habe ich kürzlich in Bielefeld getroffen. Wenn bei dem der Knoten platzt, wird der für den KSC ein Riesenspieler, als Mensch ist der schon jetzt riesig", lobt er den KSC-Torjäger mit Ladehemmungen zu dem er immer ein gutes Verhältnis hatte und hat.
Abgehakt hat er mittlerweile zwei Dinge: seine Zeit beim KSC - und die Meniskusoperation. "Die vier Jahre in Karlsruhe waren verlorene Zeit. Ich hatte einfach Dauerpech und war quasi immer verletzt. Und die Meniskussache ist auch abgehakt, weil ich da inzwischen null Komma null Probleme habe."









